Technologien sind virtuelle Mauern zur Abwehr nicht technisierter Bürger, die Argumente recherchieren wollen. Das verkauft sich gut an den grauen Finanzmärkten zu Lasten der Anleger

Anleger haben in den letzten Jahrzehnten in Sparbücher, Aktien- und Mischfonds investiert, wenn sie eigene Unsicherheiten am offenen Aktienmarkt mit seinen Risiken überbrücken wollten. Sie treffen den Geschmack der meisten Bankkunden und auch derjenigen, die sich in die digitalen Empfehlungen stürzen. Fonds jeder Art werden bevorzugt, denn der Wert von Direktinvestments     könnte undurchschaubar fallen. Viele Menschen – bevorzugt Deutsche – leben mit der Vorstellung, dass sie stündlich in der Gesamtheit über ihr Vermögen verfügen können müssen, denn wer weiß…

Nun haben viele in ihrem Anstellungsverhältnis oder als Selbständige gelernt, dass Vorgaben und Leistungen jetzt digital angeboten und gefordert werden. Bei Geld und dessen Verwendungen bzw. Anlagen war das von biederen Bürgern zuletzt erwartet worden. Das eigene Vertrauen war – oder ist es noch – Grundlage der Zusammenarbeit mit Bankinstituten, die mit zehn Ziffern keine Gelegenheit haben sollten Unfug zulasten ihrer Bankkunden anzustellen. Chancen sollten nur für Anleger zu mehr Gewinn führen. Alle anderen sollen „außen vor“ bleiben.

Digialisierung

Die Digitalisierung hatte ihre Basis zunächst in nur zwei Ziffern. Von Null und Eins sollten keine Gefahren für ordentliche Bürger ausgehen. Das Ergebnis wurde als undurchschaubar und in der Konsequenz als nicht real definiert. Das Ergebnis wäre unbeachtet geblieben, hätten nicht die eigenen Kinder und der „Datenverarbeiter“ aus der Nachbarschaft identische Worte gebraucht.

Das Internet der Dinge, Chatbots, Blockchain – Begriffe neuer Technologien krempeln Banken und Versicherer mit ihren Anlegern um. Diese haben keine Gelegenheit sich zu wehren, denn sie werden „nur“ informiert, dass nun alles besser wird – für wen?

Das Internet der Dinge (IoT) spielt bei der Transformation der Finanzbranche eine Schlüsselrolle. Grundlagen sind in Echtzeit verfügbare Datenmengen. Diese können künftige neue Anwendungen mit IoT-Lösungen in der Versicherungsbranche und Bankenwelt ermöglichen.  Welche Herausforderungen haben diese Unternehmen? Welche Branchentrends neben dem IoT beeinflussen die Finanzindustrie? Das IoT hat Auswirkungen auf die Finanzbranche. Die Herausforderungen für die Unternehmen sind sich ähnlich. Gefordert wird die Entscheidung, welche Geschäftsprozesse von der Einführung des Internets der Dinge profitieren können – und welche nicht. Banken und Versicherungsgesellschaften sind betroffen (vgl. Singh, Rahul; Präsident HCL).

Fonds

Fondsmanager geben vor, die Fonds aus Aktien und Anleihen in jeder Marktphase immer richtig zu mischen. Multi-Asset-Fonds sind eine Alternative, wenn Immobilien, Rohstoffe oder diverse andere Anlageformen herangezogen werden. Das IoT soll alles verbessern, denn Banken können mit den Anlegern von IoT-Prozessen profitieren. Das trifft Begeisterung und Verunsicherung der Anlegerpsyche. Anleger schauen einzelwertorientiert ins Depot, verfolgen die Wertentwicklung jeder Anlage und leiden unter Verlustängsten und negativen Gefühlen, wenn Einzelanlagen im Wert verlieren und sie dies nicht mit Zahlen analog nachvollziehen können. Die Basis der Technologien:

Es werden Chatbots mit Künstlicher Intelligenz (KI) genutzt. Dieser Trend zeigt sich nicht nur bei Banken in Industrienationen, sondern weltweit. Die in Kasachstan beheimatete digitale Bank B1NK hat einen Chatbot gestartet, der mit Kasachisch, Englisch und Russisch drei Sprachen spricht. Er beantwortet Fragen zu Geldautomaten, Bankstandorten, Wechselkursen, Kundenhistorie sowie Kartensaldo. Karten werden mit seiner Hilfe gesperrt, Ausgabelimits festgelegt oder mobile Geldüberweisungen getätigt.

Ein Grund für diesen Trend sind Frustrationen der Kunden wegen Wartezeiten in der Filiale und bei Anrufen in Call Centern. Viele haben nicht die Geduld, sich in echten oder virtuellen Warteschlangen anzustellen. Sie erwarten sofortige Antworten, gern von einem automatischen Chatbot! Dieser Trend dürfte sich in den kommenden Jahren auch in Mitteleuropa durchsetzen.

Blockchain

Blockchain ist ein weiteres Thema. Die Technologie basiert auf Datenbanken, die Transaktionsdaten ohne Kontrollinstanz und transparent verwalten können. Aufgrund des Interesses von Bankkunden dürfte sie in den nächsten drei bis fünf Jahren die Finanzbranche verändern wie zuvor das Internet. Die Anwendungsmöglichkeiten gehen weit über das Beispiel der digitalen Kryptowährung Bitcoin hinaus. Banken möchten Arbeitsprozesse schneller und kostengünstiger gestalten.

Banken suchen nach Möglichkeiten, um mit der neuen Generation von FinTech-Unternehmen zusammenarbeiten zu können. Sie werden heute nicht mehr als Konkurrenten, sondern als Partner angesehen. Damit erhalten sie ohne großen Zeit- und Kapitalaufwand Zugang zu neuen Technologien mit IoT-Prozessen (vgl. Singh, ebda.). Anleger sehen das Ergebnis und nicht, welche Strukturen gewinnen und welche verlieren. Das mindert Kaufwiderstände. Angst begleitet die nicht durchschaubaren Abwicklungen bei denjenigen, die sich nicht trauen den o. b. Nachbarn zu fragen.

Die Auswahl des richtigen Technologiepartners ist der erforderliche Schritt, wenn Einblick in die Arbeit des betroffenen Bankinstituts verlangt wird, um Implementierungen in der Praxis erfolgreich zu verstehen. Anleger sollten einen Partner wählen, der in Zusammenarbeit mit der eigenen              IT-Abteilung die Herausforderungen kennt und hilft, Bereiche zu identifizieren, die vom IoT am meisten profitieren.

Sicherheit

Zentrale Herausforderung bildet die Sicherheit. Wenn die erwarteten Prozesse korrekt implementiert sind und das Bankinstitut das Vertrauen zum Thema erlangt hat, spielt diese keine große Rolle. Dabei müssen die Standards für die Netzwerksicherheit eingehalten und ausgebaut werden. Für Bereiche wie Geräte-Patching, Datenverschlüsselung, Datenschutz und Zugriffsmanagement ist vor Einführung des IoT das Vertrauen beim Bankkunden zu überprüfen. Wenn dieser optimale Lösungen mithilfe des IoT und verbundenen  Leistungen des Instituts erwartet, sollte dieses Informationsmeetings zu den relevanten Themen einführen.