Banken und Sparkassen stellen die Geldversorgung ausschließlich mit Geldautomaten her. Bargeld gibt es nicht mehr am Schalter. Automaten ersetzen Banker, Antworten und Tresen.

Die Aufmerksamkeit ist groß. Sparkassen und Banken stellen ihren Geldverkehr um. Kunden können oft kein Bargeld mehr am Schalter abheben. Geldautomaten machen dies mehr und mehr möglich. Andere Quellen wie Menschen bieten keinen Zugang mehr. Was in Publikationen als spektakulär herausgestellt wird, ist an anderen Stellen längst Tagesgeschäft. Das ändert die differenzierte Betrachtung der Bankkunden nicht.

Arbeitsvorgaben für Bankkunden

Sicher ist es richtig, dass Berater in Banken und Sparkassen vor Ort mehr Zeit für ihre Beratungen gewinnen. Die Institute beeilen sich festzustellen, dass sie Kunden bei Bedarf jederzeit bei der Bedienung der Automaten unterstützen. Dennoch gibt es Unmut bei den Kunden, die persönlich am Schalter bedient werden wollen. Andere  Banken beklagen, es spiegele sich leider nicht in den erhobenen Gebühren, dass Bankkunden heute mehr Arbeiten selbst erledigen  müssen.

Immer mehr Banken und Sparkassen in Deutschland stellen die Bargeldversorgung um. Klassische Kassen hinter Panzerglas gibt es in den meisten Instituten nicht mehr. Offenheit ist  Trumpf. Kleine Geschäftsstellen zahlen Bargeld nicht mehr am Schalter aus. Das gibt es nur noch am Automaten. Größere Institute gestalten das zum Teil noch anders. Die Verlagerung zum Automaten wird meist mit Sicherheitsaspekten begründet. Banküberfälle sollen so vermindert werden. Das ist richtig, da Mitarbeiter der Banken ohne Zugriff auf Bargeld nicht von solchem beraubt werden können. Ebenso unstreitig ist, dass die Bargeldausgabe über Automaten kostengünstiger ist. Es ist erkannt worden, dass viele Bankkunden Karten häufiger zum Zahlen nutzten. Bargeld wird dann gern am Geldautomaten geholt. Viele deutsche Bankinstitute haben veröffentlicht, dass die Nutzer von Automaten mehr als 80 Prozent repräsentieren.

Viele Sparkassen haben nach dem Jahr 2014 das Netz ihres Geschäftsgebiets umgestellt. Ältere Kunden haben oft Vorbehalte.  Überall hat sich gezeigt, dass der Zugang zu Bargeld über Geldautomaten „eine Frage der Gewöhnung“ ist. Wer seine Karte in einem geöffneten Bankinstitut nicht dabei hat, kann in vielen Instituten eine sogenannte „White Card“ für die einmalige Benutzung am Schalter bekommen. Die vergessene Geheimnummer kann am Schalter durch zeitlich begrenzte Umprogrammierung der Karte ersetzt werden. So können Kunden  einmalig ohne Pin-Nummer Geld bekommen.  „Bargeld nur am Automaten“ wurde von Pionieren bei den Sparkassen gefördert.

Banken argumentieren nicht mit einem ländlichen Filialnetz, sondern mit der hohen Zahl von Banküberfällen in der Großstadt. Für viele Kunden ist der Gang zu einem der Automaten des jeweiligen Instituts „bequemer Alltag“ geworden. Schalter werden von Kunden in der Regel nur noch in Spezialfällen gesucht.

Argumente und Kritik

Kritiker begründen ihre Einwände, dass Banken die Automaten eingeführt haben, um die Kosten an den Schaltern zu senken. Dennoch wurden höhere Gebühren an den Automaten erhoben, um sich diese Rationalisierungsmaßnahme auch noch von den Kunden bezahlen zu lassen. Jetzt werden die letzten Schalter-Fans gezwungen, an die Automaten zu wechseln. Irgendwann sollen wohl alle auf die Kartenzahlung umsteigen, die für die Banken mit geringeren Kosten, aber höheren Erträgen verbunden ist.

Wenn Verbraucher ihr Bargeld nicht an einem Automaten holen wollen, sondern an einem Schalter oder in einem separaten Raum, dann haben sie dafür ihre guten Gründe. Einschränkungen bei der Bargeldversorgung oder neue Entgelte für Barauszahlungen beschädigen auch die Attraktivität von Bargeld als Zahlungsmittel, was von der Finanzbranche durchaus erwünscht ist (Neuhauser, N., Finanzfachmann der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Jede unbare Zahlung bedeutet für die Institute Kapitalzufluss. An Barzahlungen verdienen sie nichts – im Gegenteil: Bargeldverkehr führt zu erheblichen Mehrkosten der Institute. Mit weniger Bankschaltern sind Geldinstitute einen Schritt zur digitalen Erfassung aller Kundenbewegungen gegangen – und damit in Richtung gläserner Kunde ohne Datenschutz! Da sei die DSGVO dafür – wer hat sie verstanden, wer kann und will sie für Kunden berücksichtigen?

Die Boulevardpresse findet immer wieder Anekdoten über irritierte Bankkunden wie ein Rentner, der sich mehr als 30.000 Euro etappenweise am Geldautomaten auszahlen ließ und in seinen Rucksack packte. Dann beschwerte er sich öffentlich zur Eskalation des Konflikts. Normalerweise gebe es für solche Fälle mit der Auszahlung großer Beträge bei Finanzinstituten immer Lösungen, bei denen die Sicherheit berücksichtigt wird.

Sparkasse berichten, dass die Schlangen an den Schaltern reduziert wurden. Wenn zum Monatsende Renten und Sozialtransfers ausgezahlt werden, gab es früher lange Schlangen.   Jetzt werden Auszahlungen über Automaten abgewickelt. Zur Unterstützung stehen Mitarbeiter als „Mitarbeiterbediente Auszahlpunkte“ zur Verfügung.  Zum Monatsende muss hier die Zahl der Mitarbeiter verstärkt werden. Wer mehr als 5000 Euro abheben will, solle diese Leistung vorbestellen: Aus Diskretionsgründen wird in einem Nebenzimmer ausgezahlt.

Fazit

Die meisten Bankkunden heben Geld am Automaten ab. Rücksicht auf Menschen, die das nicht können oder wollen, ist wünschenswert und zu realisieren. Für diese kleine Zahl von Bankkunden kann nicht überall die frühere Infrastruktur aufrechterhalten werden. Das Ende der Auszahlung von Bargeld am Schalter kann ein Schritt sein, um Bares abzuschaffen. Die meisten Deutschen zahlen gern mit Karte, weil das praktisch ist. Auf das Bargeld wollen sie dennoch nicht verzichten.

Zum Vergleich sei das digital „bestätigte“ Land Japan zu nennen. Dort hat Bargeld noch einen höheren Stellenwert als in Deutschland. Die Politik will das Bargeld hier nicht abschaffen. Banken könnten ihren Kunden Bargeld mit der Zeit verleiden, wenn sie das wollen – denn Bargeld kostet die Banken Geld. An der Kartenzahlung verdienen sie mehr. Automatengebühren sind nicht exzessiv zu beobachten. Bei Discountern kann unentgeltlich Geld abgehoben werden – auch in kleinen Beträgen!