Auch wenn der Aktienmarkt weltweit positive Entwicklungen aufzeigt, sind deutsche Anleger erneut nicht auf diesen Zug aufgesprungen. Aktien erscheinen der hiesigen Mentalität als spektakuläre Investition, die auch Verluste mit sich bringen könnte. Trotz großer Unsicherheit nach der Finanzkrise sucht die Mehrheit deutscher Anleger den Kapitalmarkt mit besten zugesagten Erträgen wie Zinsen und anderer garantierter Ergebnisse. Trotz der Verluste internationaler Beteiligungen sind nachrangig gewährte Darlehen eine vermeintlich sichere Investition, von der auch die Bedenken der Berater in Banken nicht ablenken.

Spekulative Anlagen sind Ziel der Überlegungen, wenn damit garantierte Renditen verbunden sind. Die Lehre aus geschlossenen Immobilienfonds und ihren erhofften Erträgen wird durch Überlegungen auf Basis der Mentalitäten vergessen – wenn Erträge doch garantiert sind und die persönliche Reputation bei Erzählungen auf der nächsten Party steigt.

Kapitalanlagen

Das steht für Initiatoren von Kapitalanlagen, die versuchen am Markt neue Strukturen zu platzieren. Das Vertrauen der Anleger wird durch regionale Nähe vermittelt. Weltweit tätig war ein ähnlich agierendes Unternehmen zwischen 1958 und 1970. Damals wurde die neue Idee der Aktienfonds in Deutschland vermittelt – nach den damaligen Präsentationen natürlich qualifizierter als im Ausland etablierte Unternehmen. Das Geheimnis des Erfolges lag in der globalen Expertise und lokalen Präsenz. Damals trug der Name IOS ein Faible in die Welt. Mehrere Fonds wurden etabliert, Gewinne ohne Risiko in Aussicht gestellt. Der damalige Verlust resultierte weniger aus ungewöhnlichen Marktentwicklungen. Die Kurse am Aktienmarkt waren stark gefallen, die Notierungen der Fonds in der Folge auch. Die unerfahrenen Anleger wollten ihr Geld zurück.

Die Auszahlungen erfolgten, da die Fonds treuhänderisch perfekt verwaltet wurden. Die von Initiatoren platzierten Aktien entwickelten sich zunächst positiv, verloren allerdings schnell an Wert. Der Verlust wurde dem Management zugeschrieben, das definitiv nichts dafür konnte. Durch die Verunsicherung entstanden Bewegungen, die Betrüger auf den Plan riefen. Diese übernahmen das Management und sicherten sich die Vermögenswerte der Gesellschaft. Nur einer der Fonds geriet in negatives Fahrwasser. In diesen wurden Aktien untergebracht, die definitiv nicht den Vorgaben der Geschäftsbedingungen entsprachen. Das Unternehmen konnte sich nicht mehr erholen.

BlackRock

Ein Unternehmen mit ähnlicher Philosophie gibt es heute wieder – seit 1988. Verluste waren dort im betrügerischen Sinne bisher nicht zu beklagen. BlackRock ist der größte Vermögensverwalter der Welt. Ein Porträt über Historie, Struktur und Risikoprofil zeigt, wie dieses Unternehmen aktuell aufgestellt ist. BlackRock wurde 1988 in New York von acht Partnern gegründet, von denen vier noch heute im Unternehmen tätig sind. Von einem Start-up-Unternehmen hat sich BlackRock seitdem durch die stetig wachsende Zahl der Kunden und Mitarbeiter und den Zukauf anderer  Vermögensverwalter zum Marktführer entwickelt. Gleichwohl ist dieses Unternehmen abseits der Finanzindustrie kaum bekannt.

Dem Unternehmen werden „Dunkle Mächte“ und das Streben nach Dominanz zugeschrieben. BlackRock wurde 1988 als interne Finanzmanagementgruppe des Private Equity– und Hedgefonds-Betreibers Blackstone Group – mit einem liquiden Anlagekapital von heute mehr als 150 Milliarden USD – gegründet. Die zunächst auf Hypothekendeals und festverzinsliche Anlagen spezialisierte Gruppe spaltete sich 1994 nach einer Entwicklung zum Vermögensverwalter von Blackstone ab und gründete unter den beiden noch heute tätigen Unternehmensführern Larry Fink und Robert S. Kapito die BlackRock Inc..

Das  international tätige Anlage- und Risikomanagementunternehmen ist an allen 30 DAX-Unternehmen in bedeutendem Umfang beteiligt und der mit Abstand größte Einzelaktionär an der Deutschen Börse. BlackRock gilt aufgrund seines wirtschaftlichen und politischen Einflusses als „heimliche Weltmacht“ und weltweit größte Schattenbank. Das Unternehmen  wird von Journalisten und Fachleuten kritisiert. Aufsichtsratsvorsitzender der im Opernturm in Frankfurt am Main sowie in München ansässigen BlackRock Inc., Deutschland, ist Friedrich Merz, der ehemalige stellvertretende Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Dieses personenbezogene Modell stammt von der IOS, die 1969 Erich Mende, den ehemaligen Vorsitzenden der FDP, verpflichtete.

Gründung

Seit seiner Gründung legt BlackRock den Fokus auf die Verwaltung  von Vermögenswerten im Auftrag seiner Kunden, denen daneben Risikomanagementdienste angeboten werden. Zum Kundenkreis gehören weltweit betriebliche, öffentliche und gemeinschaftliche Pensionskassen,

Regierungen, Versicherungen, öffentliche Institutionen, Stiftungen, Wohltätigkeitsorganisationen, Unternehmen, Banken, Staatsfonds, Investmentfonds und Privatpersonen. Zum 31. Dezember 2017 verwaltete BlackRock  ein Vermögen (AuM) von 6,3 Billionen US-Dollar im Auftrag seiner Kunden, worin Mandate zur Verwaltung von Geldmarktinstrumenten, Anleihen, Aktien sowie Multi-Asset-Investments enthalten sind. Damit entspricht das Vorgehen dem Modell des „Collective Impacts“, das heute als Erfolgsmodell der Kooperation gesehen wird (Harvard 02 /2011).

Als global tätiges Unternehmen verbindet BlackRock die Vorteile einer weltumspannenden Präsenz mit Dienstleistungen vor Ort und partnerschaftlichen Kundenbeziehungen im Sinne von Globale Expertise. Dienstleistungen werden in fast 30 Städten mit Investmentzentren, darunter  New York, London, San Francisco, Tokio und Hongkong, angeboten. Diesen sind Regionalbüros untergeordnet. Das verschafft BlackRock den Zugang zu den wichtigsten Kapitalmärkten der Welt. Die in Frankfurt und München ansässigen deutschen Niederlassungen verfolgen die gleichen Ziele wie die Zentrale in New York. Dieses Konzept entspricht weitgehend der 1970 gescheiterten IOS.

Aktie

BlackRock ist ein unabhängiges börsennotiertes Unternehmen ohne Mehrheitsaktionär. Unter dem Börsenkürzel „BLK“ wird die BlackRock-Aktie seit 1999 an der New Yorker Börse notiert. Im April 2011 erfolgte die Aufnahme in den S&P 500 Index. Dies ist nicht nur Ausdruck des Börsenwerts von BlackRock, sondern spiegelt auch den hohen Streubesitz der Aktie wider. Der Verwaltungsrat von BlackRock setzt sich mehrheitlich aus unabhängigen Mitgliedern zusammen.

Die Funktion des Unternehmens entspricht der eines Treuhänders im Auftrag der Kunden. Das von Vermögensverwaltern verwaltete Vermögen gehört ihnen nicht. In der Regel wird es auf Konten externer Depotbanken gehalten, die von den Kunden ausgewählt wurden und mit ihnen über Depotbankvereinbarungen vertraglich verbunden sind.

Es soll streng überwacht beziehungsweise reguliert werden. Aus dieser treuhänderischen Verantwortung heraus sieht BlackRock die Reform der Finanzmarktaufsicht als eines der zentralen Themen für seine Kunden.

Soweit die Idealisierung des größten Finanzdienstleisters der Welt! Wer dieses Unternehmen noch nicht kennt, sollte es kennen lernen (Kestel, Christina; Harvard BM – 09/2015). Dieser US-Konzern wandelt unser Finanzsystem – heimlich und weltweit (vgl. Buchter, Heike; Black Rock – Campus 2015). Der Inhalt des zitierten Buchs wird von Anfang an als Warnung definiert. BlackRock wurde zum Hauptprofiteur der Finanzkrise 2008 ff.. Als Geschäftsmodell werden im Auftrag von Notenbanken und Regierungen toxische Credit Portfolios angeschlagene Finanzinstitute vom Team des Unternehmens durchforstet. Wie ist das Unternehmen diesen Aktivitäten gewachsen?

Software

Alle Fondsmanager von BlackRock haben Zugang zur firmeneigenen Technologie, mit der sie informierte Entscheidungen treffen können. Mit den Programmen können sie Wertpapiere einzeln oder zusammengefasst analysieren und die Portfolios sowie ihre Risikomerkmale mit einem Index oder einer anderen relevanten Benchmark vergleichen. Die Betreuung erfolgt individuell von einem der zahlreichen Standorte aus. Das „öffnet den Ideenträgern von Fraud Tor und Tür“. Diese regionale Vergabe von Anlagepolitik gab es bei dem früher kritisierten Unternehmen IOS nicht. Damals war alles auf den Standort Genf und dort auf Konsortien konzentriert. Warnungen gab es dennoch.

BlackRock definiert Finanzprodukte und Abläufe neu, baut seine Beteiligungen an Unternehmen um und ist mittlerweile zur weltweit größten Schattenbank herangewachsen. Die Beobachtung des Unternehmens führt zu der Erkenntnis, die Grundlage eines Krimis sein können. Mit der vermeintlichen Neutralität und eigener Definition des Begriffs der Treuhandschaft versucht  BlackRock das Finanzsystem weltweit zu wandeln. Beobachter dürfen befürchten, dass diese Form des Treibens nicht als Teil des grauen Marktes zu sehen ist. Hier ist alles rot. Das „Schlachtfest“ steht noch bevor (vgl. Buchter ebda.). Potente Anleger sollten nachdenken.