Banken sollten laut Bundesbank gegen Verluste Kapitalpuffer, nicht Gebühren aufbauen.     Vor der Beleihung von bis zu 30 Prozent überteuerten Immobilien in Städten wird gewarnt.

In guten Zeiten ist Vorsorge angesagt. Das ist nicht erst dann, wenn der Abschwung da ist! Die Bundesbank hat deutsche Finanzinstitute aufgefordert, ihre Kapitalpuffer zur Abfederung von möglichen Verlusten zu verstärken. Eine sich abflachende Hochkonjunktur wird gern übersehen. Hohe Börsenkurse sind trotz der Niedrigzinsen „abgesagt“, haben aber für Risiken „blind“ gemacht. Brillen sind für das System zu empfehlen. Im Finanzsystem haben sich Verwundbarkeiten aufgebaut.

Dies wurde bei  Vorstellung des neuen Finanzstabilitätsberichts aufgezeigt. Unerwartete Eintrübungen der Wirtschaftslage könnten Verwundbarkeiten offenlegen. Das ist aktuell wahrscheinlicher geworden. Es ist an der Zeit, stärkere Abwehrkräfte und Puffer für schlechte Zeiten aufzubauen (vgl. Buch, Claudia; Bundesbank-Vizepräsidentin). Am Himmel ziehen Wolken auf, die durch Handelskonflikte die Konjunktur belasten könnten. Es ist positiv, dass die Banken seit der Finanzkrise 2008 mehr Eigenkapital aufgebaut haben. Noch mehr wäre wünschenswert. Ein Problem im Bankensektor bleibt die Ertragsschwäche (Wuermeling, J.; Bundesbankvorstand).

Zu Lasten der Kunden verwundbare Banken

Verwundbarkeiten des Finanzsystems können unterschätzte Kreditrisiken, überbewertete Vermögenswerte und Wertpapiere sein. Drohende Zinsänderungen und Immobilien stellen weiteres Risikopotenzial. In Deutschland sind im Vergleich zu anderen Ländern weder die privaten noch die staatlichen Schulden überhöht. Die Verschuldung der Privathaushalte liegt mit etwa 50 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt auf dem niedrigsten Wert seit zwei Jahrzehnten. Unternehmen haben seit langem wenig Schulden und starke Eigenkapitaldecken. Dennoch meint die Bundesbank, dass Risiken von Kreditausfällen zu gering angesetzt sind.

Bankkunden von Geldinstituten werden Anfang 2019 höhere Kontoführungsgebühren einkalkulieren müssen.  Die Internetplattform Check 24 weist auf diese Gebührenwelle hin. Jedes zweite Institut will die Gebührenschraube ansetzen. Die Hamburger Sparkasse will als größte deutsche Sparkasse das monatliche Entgelt für das Standard-Girokonto um 25 Prozent erhöhen – von 3,95 Euro auf 4,95 Euro. Die Preise für jede Buchung verteuern sich von 40 auf 50 Cent. Die Sparkasse der Stadt Hamm wird für das Komfortkonto 1,50 Euro mehr verlangen. Die Sparkasse in München hebt ihre Gebühren von 2,95 Euro auf 3,05 Euro im Monat für ein Girokonto an. Die Deutsche Bank hat ihre Gebühren zum 1. Juli um 18 bis 19 Prozent angehoben. Sie plant wie die Commerzbank zum Jahreswechsel keine weitere Erhöhung.

Gebühren

Bei anderen Finanzinstituten steigen die Gebühren für Girokonten stetig weiter – zum Teil um 30 Prozent! Grüne kritisieren den fehlenden Elan der Bundesregierung beim Aufbau einer neuen Girokonto-Vergleichsplattform. Daran hat Frau Lagarde angeknüpft und – zur parallel sinnvollen Gewichtung – von den Mitgliedsstaaten die Einführung von Internet-Geld gefordert. Primär sei das die Aufgabe der Notenbanken. Digitale Währungen könnten wirtschaftlich abgehängten Regionen helfen.

Die Grünen kritisieren die Bundesregierung, dass die geplante Vergleichsplattform für Girokonten noch nicht realisiert worden ist. Die Bundesregierung will die rechtlichen Rahmenbedingungen geschaffen haben und geht davon aus, dass „in absehbarer Zeit“ die dafür nötige „Konformitätsbewertungsstelle“ zugelassen und ein Internetseitenbetreiber zum Thema zertifiziert wird. Danach kann die Vergleichsseite an den Start gehen (vgl. Lambrecht, Christine; Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesfinanzministerium). Diese Seite sollte mit den neuen Regeln für die Transparenz von Girokonten längst verfügbar sein. Die Umsetzung einer europäischen Richtlinie sieht das vor.

In der Politik hatte es Zweifel gegeben, ob diese Seiten den Verbrauchern nutzen, wenn ein verzerrendes Eigeninteresse der Plattformbetreiber parallel zur Zurückhaltung vieler Banken steht. Informationen zum Girokonto und den Dispo-Zinsen sollten nicht durch staatliche Vergleichsplattformen erfolgen. Private Plattformen sollen vorher von einer Prüfstelle zertifiziert werden und ein Gütesiegel bekommen. Diese dem TÜV nachempfundene Prüfstelle muss noch gefunden werden. Existierende Einrichtungen können sich für diese Aufgabe bei der Deutschen Akkreditierungsstelle GmbH bewerben und akkreditieren lassen. Seit dem September 2018 gibt es einen Bewerber, der eine Akkreditierung als Zertifizierungsstelle beantragt hat. Der TÜV Saarland hat diese Antragstellung für sich bestätigt. Interesse haben die bestehenden Plattformanbieter Verivox und Check 24 angemeldet.

Risiken für Banken und Kunden

Mit solchen Plattformen haben Angriffe auf Kontodaten zugenommen. „Phishing-Vorfälle“ werden auf der Welt häufiger erkannt. Dabei bleiben Nutzer von Onlinebanking beliebte Ziele. Diese werden häufig mit Phishing-Mails konfrontiert. Die Zahl von „Phishing“-Attacken steigt seit Jahren an. „Phishing“ steht für ein Kunstwort aus einer Verknüpfung der englischen Wörter für Passwort und fischen (= Passwortfischen). Kriminelle geben sich mit fingierten Mails als Bank aus.

In Deutschland ist das Online-Banking bisher sicher geblieben. Im Ausland wächst die Zahl der Menschen, die Zugriff auf Bankdienstleistungen haben. Das ist ein Verdienst der Digitalisierung, da nicht eine physische Bank vor Ort gebraucht wird, besser – in Zukunft dort nicht mehr aufweisen wird. Menschen können sich per Smartphone Geld schicken, Dienstleistungen oder Handwerker bezahlen. In Deutschland werden pro Tag 17 Millionen Überweisungen ausgeführt, davon jede zweite online. Dennoch ist Deutschland für die Digitalisierung und die folgenden Entwicklungen Entwicklungsland.

Mails sind nicht immer die erste Wahl der Kriminellen: Viel häufiger geben sie sich über „Soziale Netzwerke“ als Unternehmen aus, bieten Hilfe und Unterstützung an. Die Zahl von Mails mit Verweis auf gefälschte Formulare ist um 370 Prozent gestiegen – Tendenz steigend!

Software

Bei Betrachtung dieser alarmierenden Nachrichten sind Ursachen zu hinterfragen. Die Abwehr solcher Aktionen ist für Banken schwieriger, da mehr als die Hälfte der Institute noch mit Software aus den 80-er Jahren arbeitet. Die Frage stellt sich, ob diese Ignoranz noch als Softwarenutzung zu verzeichnen ist (Informationen zu Bankdienstleistungen der regionalen Sender der ARD – 2018-11-16).  Aktuell gibt es eine neue Welle von Attacken. In solchen Mails befinden sich Rechnungen, Bankkontenwarnungen oder Zahlungsbenachrichtigungen. Werden Datei oder Link geöffnet, versucht sich ein Programm namens „Emotet“ zu installieren. Davon sind bevorzugt die Vereinigten Staaten, Großbritannien, Mexiko und die Türkei betroffen.

Die meisten Bankkunden und die Banken selbst können diese Vorgänge nicht nachvollziehen – von der Zukunft ganz zu schweigen! Im nächsten Jahrzehnt werden wir die Strukturen der Metaphysik – mit der Verschränkung von Mathematik und Philosophie – in unsere Bankgeschäfte als Teilbereich der Quantentechnologien einbeziehen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) dringt auf digitale Währungen. Auf der weltgrößten Messe für Fintech, dem Singapore Fintech Festival, wurden die Notenbanken der Welt aufgefordert sich den neuen Technologien stärker zu öffnen. Dazu sollte eine digitale Währung ausgegeben werden. Es muss eine Rolle für den Staat geben, um die digitale Ökonomie mit Geld zu versorgen. Diese staatliche digitale Währung könnte öffentlichen Zielen dienen: Sie könnte Ärmeren helfen, Sicherheit und Verbraucherschutz stärken und die Privatsphäre bei Zahlungen garantieren    (vgl.  Lagarde, Christine, geschäftsführende Direktorin des IWF – 2018-11).

Eine staatliche Internetwährung kann Gegengewicht zu privat hervorgebrachten Zahlungswegen über das Internet sein. Gefahren werden minimiert, private Anbieter werden ihre Kosten niedrig halten und nicht alle Gefahren einpreisen. Zum anderen mangelt es in einem rein privaten System an Widerstandskraft, wenn eine Bank zusammenbricht oder es zu einem großangelegten Cyber-Angriff kommt.

Fazit

Die bisher den Markt beherrschenden – aktuell immer unbedeutender werdenden –Geschäftsbanken werden sich einem privaten System mit Widerstandskraft nicht entgegenstellen können. Wenn eine Bank zusammenbricht oder es zu einem Cyber-Angriff kommt, könnten digitale Währungen Vorteile bringen – als letzte Rettung für Zahlungen. Digitale Währungen könnten den Wettbewerb vorantreiben, weil sie eine effiziente Alternative zum Niedrigpreis bieten. Die Weiterbelastung von Kosten in banaler Weitergabe von nicht richtig zugeordneten Kosten über konventionelle Girokonten war in den letzten Jahrzehnten nicht ungewöhnlich, ist heute aber ein untauglicher Versuch das Finanzmanagement zu beherrschen. Der Wandel ist für Banken Zwang, um zu überleben.